Sonntag, 31. Juli 2016

Nähtechnik Anleitung: Tunnel mit Dehnungsfalte

Wer seinen Quilt in einer Ausstellung präsentieren möchte, an einem Quilt-Wettbewerb teilnimmt oder einfach Zuhause perfekt an die Wand bringen möchte, braucht für die Aufhängung seines Quilts einen genähten Tunnel aus Stoff, vorzugsweise mit einer "Dehnungsfalte" durch die eine Stange problemlos geschoben werden kann. Diese Dehnungsfalte dient dazu, etwas Raum für die Stange zu schaffen, damit sie sich nicht unschön auf der Vorderseite des Quilts abzeichnet. Bei einem Quilt-Wettbewerb bzw. einer Ausschreibung, stehen die fertigen Maße des Tunnels und wo genau auf der Rückseite er platziert werden soll, meist in den Teilnahmebedingungen. Bei unserem MMQC Wettbewerb zum Beispiel, soll der Tunnel die fertigen Maße von 4" Inch bzw. 10cm haben, eine Dehnungsfalte besitzen und mit dem oberen Quiltrand abschließen. Eine Methode, wie man das nähen kann, erkläre ich Euch hier:

Nähtechnik Anleitung: Tunnel mit Dehnungsfalte

Eine Nähtechnik Anleitung mit Text und Bildern von Karin Dunkelgod*


Ihr braucht: Stoff für den Tunnel in der Breite Eures Quilts x ca. 9" Inch, Garn, Nähmaschine, Bügeleisen und Brett, Rollschneider mit Matte und Lineal, Maßband, Stoffkreide o.ä. zum Markieren, Stecknadeln und Handnähnadel.


Zu Beginn werden die fertigen Maße des Tunnels ermittelt, dazu wird die Breite des Quilts gemessen, abzüglich etwas Abstand von den beiden Seiten, (ein Sichtschutz für die Hängeseile, welche links und rechts an die Stange "geknotet" werden), in unserem Beispiel jeweils ca. ½" Inch weniger von der linken und rechten Quiltseite. Fertige Maße des Tunnels: 20" Inch x 4" Inch.




Zu dem fertigen Maß der Breite (hier 20") wird eine Nahtzugabe von mindestens ½" Inch für jede Seite gerechnet. (Die offenen Kanten werden hier einmal nach innen eingeschlagen. Wer an professionellen Ausschreibungen von internationalen Quiltshows teilnimmt, sollte die Kanten bitte doppelt einschlagen, dann 1" Inch pro Seite addieren.) Das fertige Maß für die Länge (hier 4") wird verdoppelt, plus 2x normale Nahtzugabenbreite von ca. ¼" Inch.  Der Stoff für den Tunnel kann jetzt zugeschnitten werden, hier: 21" Inch x 8 ½" Inch.

Beide seitlichen offenen Kanten ½" Inch breit, einfach (bzw. doppelt), auf die linke Stoffseite einschlagen, die Bruchkanten bügeln und dicht an den Schnittkanten feststeppen.




Den Tunnelstreifen mittig, der Länge nach links auf links umschlagen, feststecken und die offenen oberen Kanten füßchenbreit zusammennähen.




Die Nahtzugaben auseinanderbügeln


Den Tunnel jetzt so falten, dass die Naht unten wieder eine Kante bildet.


Von der oberen Bruchkante aus nach unten gemessen, eine Nahtlinie von ⅜" Inch einzeichnen, stecken und mit der Maschine entlang der Markierungslinie heften. Wer keinen Heftstich in seiner Nähmaschine vorprogrammiert hat, löst die obere Fadenspannung auf ca. 2 und stellt die größtmögliche Geradstichlänge ein.






Entlang der Heftnaht die Bruchkante nun nach oben einschlagen und bügeln.


Den Tunnel jetzt mittig falten und bügeln, so dass die obere Naht und die untere Heftnaht in der Mitte  übereinander liegen.



Den Tunnel, mittig und schön gerade ausgerichtet,  auf die Quiltrückseite legen,  mit einem oberen Abstand von ⅜" Inch. Die geheftete Bruchkante liegt oben.



Den Tunnel feststecken und mit der Hand ringsherum an allen Kanten mit einem unsichtbaren Stich gut annähen. (Matratzen- oder Applizierstich)



Den Heftstich entfernen. Den Tunnel nach oben glatt streichen, er soll mit der oberen Quiltkante abschließen. Zur Probe eine Holzstange o.ä. durch den Tunnel stecken. Der Tunnel darf von vorne nicht sichtbar sein.



Viel Spaß beim Nähen! 
Lieber Gruß Karin

++++++++++++++++++++++++++++++++++++
*Copyright: © Karin Dunkelgod 
Anleitung nur zum privaten Gebrauch. Gewerbliche Nutzung jeder Art nicht erlaubt.
++++++++++++++++++++++++++++++

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

kiene-arndt@t-online.de